Preisangabenverordnung Abmahnung vermeiden

Preisangabenverordnung? Vermeiden Sie Abmahnungen wegen falscher Preisangaben bei Ihrer Ferienwohnung / Ferienhaus.

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Preisangabenverordnung Ferienhausvermarktung.de
Preisangabenverordnung Ferienhausvermarktung.de

Basiswissen zur PAngV

Was für eine Abkürzung: PAngV. Sowas können sich nur Beamte und Politiker ausdenken. Doch was steckt hinter der Preisangabenverordnung und warum können Sie abgemahnt werden?

Die Preisangabenverordnung ist, einfach ausgedrückt, ein Schutzgesetz. Es soll den fairen Handel von Waren und Dienstleistungen durch ein geregeltes Maß an Transparenz gewährleisten. Wer sich nicht an diese Transparenzregeln hält, wird von Anwälten, Verbänden und Mitbewerbern abgemahnt, um diese unfairen Machenschaften abzustellen und nicht zu wiederholen. So weit so verständlich.

Für Vermieter von Ferienhäusern und Ferienwohnungen bedeutet dies, das Sie auf allen Medien wo Sie Ihre Immobilie mit Preisen bewerben, aufpassen müssen. Sie müssen „Endpreise“ angeben. War es früher noch möglich, den Preis ohne Endreinigung anzugeben, oder die Energiekosten „nach Verbrauch“ am Ende der Mietzeit abzurechnen, können Sie so eine Taktik heute getrost vergessen.

Alle Preise müssen Endpreise sein.

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In einem Urteil aus Schleswig-Holstein geht sogar hervor, dass die Preise für die Übernachtung und die Kosten der Endreinigung dicht beieinander sein müssen. Besser noch im Gesamtpreis der Übernachtung inkludiert. Sie erst am Ende der Preisliste anzugeben, war dem Gericht nicht transparent genug.

Bis 25.000 Euro Bußgeld sind möglich

Im Jahr 1954 wurde das Wirtschaftsstrafgesetz erlassen. Im dritten Paragraphen wird geregelt, was einem blüht, wenn man die Preise nicht ordentlich angibt. Und 25.000,- Euro sind ja nicht mal eben Kleingeld. Aber damit nicht genug. Auch ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb könnte anstehen und kräftig abgemahnt werden. Denn wer die Preise nicht richtig angibt, wirbt irreführend. Geregelt in §5 des UWG. Also lieber gleich richtig machen und Geld sparen.

So geht es korrekt

Wie oben schon erwähnt, muss es der Endpreis sein. Doch was genau ist drin im „Endpreis“? Viele Vermieter meinen ja immer noch, sich durch die Angabe von extra ausgewiesener Endreinigung einen optischen Preisvorteil erschleichen zu müssen. Darum hier die Posten in der Übersicht, die alle in den Übernachtungspreis rein gehören:

  • Preis pro Nacht
  • Mehrwertsteuer
  • Endreinigungskosten
  • Energiekosten
  • Bettwäsche, Handtücher
  • Service-Gebühr für Bett beziehen

Ausnahmen?

Ja, es gibt Ausnahmen. Aber Vorsicht! Kleinste Abweichungen können falsch verstanden werden. Und vor Gericht und auf hoher See ist alles möglich.

Während Wasser und Heizung immer im Preis drin sein müssen, kann der Stromverbrauch über einen geeichten Zähler separat berechnet werden. Dies geht nicht bei Nachtspeicheröfen oder Elektroheizungen. Hier gilt: Heizkosten sind zu inkludieren. Und bei dem was dann noch an Stromkosten übrig bleibt, ist der Aufwand der Abrechnung schon wieder für die Katz.

Kurtaxe muss nicht im Endpreis stehen. Warum? Weil es nicht Teil Ihrer Leistung ist. Sie sollten jedoch auf die Verpflichtung hinweisen. Vorsicht: eine Umlage der Bettensteuer oder der Fremdenverkehrsabgabe kann je nach Gebührenart nichts mit dem individuellen Gast zu tun haben. Wenn Sie also 500,- Euro im Jahr an die Stadt zahlen, weil diese Ihnen den Vorteil des Tourismus anrechnet, können Sie diesen nicht mit 5,- Euro pro Übernachtung umlegen, nur weil Sie 100 Übernachtungen pro Jahr haben.

Wenn die Kosten der Endreinigung separat aufgeführt werden sollen, so muss dem Gast die Chance gegeben werden, diese auch kostenfrei selbst durchzuführen. Mit anderen Worten: putzt er/sie selbst, fällt keine Endreinigung an. Auch hier gilt: lieber extern putzen lassen, eine hohe Reinigungsqualität gewährleisten und keinen Aufwand haben, um zu prüfen, ob der Gast auch gut geputzt hat. Meistens muss eh nachgereinigt werden. Und wo bleibt denn da das Urlaubsgefühl? Abgesehen davon: was wird das wohl für eine Bewertung, wenn Sie dem abreißenden Gast sagen, er müsse nochmals nachputzen, da er zu schlampig gewesen sei?

Wir sprachen die Handtücher und die Bettwäsche, sowie den Service für das Beziehen und Reinigen an. Wenn der Gast die Chance hat, seine Bettwäsche mitbringen zu können und die Leistung eine freiwillige Zusatzleistung darstellt, so können Sie dies als Zusatzleistung ausweisen. Marketingtechnisch sollten Sie aber davon absehen. Je mehr Leistung Sie einpreisen, desto hochwertiger ist Ihr Angebot und das Urlaubsgefühl.

Verpflegung: Ja und Nein könnte hier die Antwort sein. Ist es Teil der Leistung, gehört es in die Preisangabe rein. Ist es ein Add-on und kann vor Ort hinzu gebucht werden, dann kann es draußen bleiben.

Saisonpreise & Co.

Saisonpreise

Was oft falsch gemacht wird, ist die fehlende Genauigkeit. Wenn Sie schon Saisonpreise in z.B. Drucksachen angeben und dem Gast einen Preisrahmen für die unterschiedlichen Zeiten geben wollen, dann bitte mit genauem Datum. Wenn der Gast nicht weiß, wann genau die Hochsaison ist, ist dies schlicht weg ein Wettbewerbsverstoß. Sie müssen zumindest die Monate angeben.

Auch wenn Saisonzeiten etwas ist, das noch viele Kurverwaltungen und Vermieter nutzen, so ist es doch ein Modell der Vergangenheit. Vielmehr sollten Sie versuchen, die Preise der wirklichen und nicht der kalendarischen (möglichen/wahrscheinlichen) Nachfrage anzupassen. Wenn Sie dennoch daran festhalten wollen, so begrenzen Sie zumindest die Zeiten auf zwei oder maximal drei unterschiedliche Zeiten. Besser sind „Ab-Preise“, noch besser ist ein Jahrespreis und dazu entsprechende Angebote.

Ab-Preise

Sie haben eine Ferienwohnung die 80,- Euro in der Hauptzeit und 40,- Euro in der Nebenzeit kosten soll. Sie schreiben also einfach 40,- bis 80,- Euro je nach Auslastung / Saison. Einfach so? Nun, nicht ganz. Irgendwo müssen Sie schon schreiben, wann denn nun welcher Preis gilt. Wenn Sie online Buchbar sind, verweisen Sie auf die Buchungsmaschine. Diese zeigt dem Gast den genauen Preis für die genau angefragt Zeit. Andererseits können Sie wieder auf die genauen Saisonzeiten Bezug nehmen, alles genau (und umständlich) darlegen, oder einen Preis „auf Anfrage“ anbieten.

Auf Anfrage

Die denkbar schlechteste Lösung ist der Preis auf Anfrage. Nicht nur lassen Sie den Gast im Dunkeln stehen, sondern Sie zwingen ihm eine Handlung auf, die er ggf. gar nicht machen möchte. Denn Sie müssen, bei dieser Art der Preisangabe, dem Gast nähere Infos bereit stellen. Entweder durch einen erzwungenen Anruf oder die Weiterleitung auf Ihre Seite. In der heutigen Zeit ist diese Preisangabenform nicht mehr zeitgemäß.

Jahrespreis und Angebote

Wenn Sie eine saisonale Schwankung von großer Bedeutung haben und nicht um mindestens zwei Preise herum kommen, so sollten Sie versuchen, dem Gast Sonderangebote zu vermitteln. Wenn es diese Schwankung zwar gibt, sie aber nicht wirklich massiv ist, nutzen Sie nur einen Preis für das ganze Jahr. Verdeutlichen Sie aber in Ihren Werbemitteln, das der Gast z.B. durch die Nutzung von Last-Minute-Angeboten, Frühbucherrabatten, Langzeiturlaub, Neukundenbonus oder sonstwas bis zu x% sparen kann. Das gibt Ihnen das größte Maß an preislicher Flexibilität und das höchste Maß an Sicherheit.

Kleiner Tipp zur Praxis

Wenn Sie Preise angeben, kalkulieren Sie so, wie die Immobilie in der Regl bewohnt wird. Wenn Sie sechs Schlafplätze haben und meistens nur 2 Erwachsene und zwei Kinder übernachten, weil das dritte Schlafzimmer sehr klein ist, dann geben Sie diesen Preis an. Verweisen Sie lieber darauf, dass man noch 1-2 Kinder zum Preis von XYZ pro Nacht mitbringen könne.

Bitte beachten Sie, das es nicht erlaubt ist mit Dingen zu werben, die das Gesetz eh als Normal betrachtet. Wenn Sie angeben, das Sie die Endreinigung nicht separat berechnen, weil sie im Preis drin ist, dann ist das in Ordnung. Zu erwähnen das die Heizkosten oder das Wasser im Preis drin sind, ist nicht erlaubt.

Fazit Preisangabenverordnung Abmahnung vermeiden:

Sich an die Preisangabenverordnung zu halten, ist so einfach wie den normalen Menschenverstand einzusetzen. Versuchen Sie nicht, sich einen optischen Preisvorteil zu erschleichen. Unter dem Strich geht die Rechnung weder rechtlich, noch marketingtechnisch auf. Nutzen Sie Angebote um sich von den Mitbewerbern abzuheben. Und wenn Sie einen höheren Jahrespreis haben, wirken Ihre reduzierten „Sonderangebote“ wie ein echtes Schnäppchen. Und wer will kein Schnäppchen machen?


Abschließender Hinweis: Dies soll und kann keine Rechtsberatung darstellen, ersetzt nicht die Konsultation eines Anwalts und dient lediglich dazu, sich einen ersten Überblick über die Thematik zu machen.

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