InfluencerMarketing-Ferienhausvermarktung
InfluencerMarketing-Ferienhausvermarktung

Wer kennt sie nicht, die großen Influencer wie Kim Kardashian oder im deutschsprachigen Raum Bianca Heinike (bibisbeautypalace) mit Millionen Followern auf den sozialen Netzwerken. Doch was genau ist Influencer Marketing und wie kann man es für eine einzelne Ferienwohnung oder Ferienhaus nutzen, ohne dabei bankrott zu gehen?

Mund zu Mund Propaganda

Im Grunde ist diese Form des Marketing eine Werbeform, die man früher Mund zu Mund Propaganda genannt hat. Anstelle des direkten Gesprächs, welches hin und her geht, konsumieren die Menschen heute die Meinungen von Dritten die sie für gut befinden. Und weil es einfach ist, etwas das man gut findet mit anderen zu teilen und weil es das Internet so unheimlich einfach macht, dies technisch auch zu tun, entstand diese Form der Vermarktung.

Was ist ein Influencer?

Grundsätzlich ein Mensch wie jeder andere auch. Nur das die Person einen bestimmten Bekanntheitsgrad, meist in den sozialen Medien, erlangt hat und sich viele Menschen für seine/ihre Meinung interessieren. Vielfach haben sich diese Personen diese Bekanntheit durch Humor oder praktische Tipps über Blogs, Vlogs oder sonstige Internetseiten erarbeitet. Nicht immer muss ein Fachmann am Ende erfolgreich sein. Besonders die Themen Lifestyle und Freizeitgestaltung, Mode und Schönheit (Beauty und Sport), Gaming und Unterhaltung sind Themen, die bei Internetsurfern gut ankommen.

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Als ein Influencer wird letztlich eine Person angesehen, die durch das “posten” von Inhalten auf sozialen Medien seine/ihre Meinung kund tut, diese von sehr vielen Menschen beachtet wird und so zur Meinungsbildung bei diesen Menschen beiträgt. Je größer die Glaubwürdigkeit der Person ist und je mehr Menschen erreicht werden, desto größer ist der Werbewert seiner/ihrer Postings.

Was ist ein Influencer für Ferienhausvermieter?

Zugegeben, eine Kim Kardashian für die Ferienwohnung im Harz zu gewinnen, dürfte schwer bis unmöglich sein. Dennoch ist diese Form des Marketing nicht ganz von der Hand zu weisen. Nur das man sich hier auf einem anderen Niveau bewegt. Wenn Ihre Facebookseite nur 300 Likes hat und sie jemanden kennen, der 5.000 Likes hat, ist diese Person erstmal nicht uninteressant für Sie.

Es sollte natürlich irgendwie einen Bezug geben. Das Tatoostudio 500 km weit weg von der Ferienimmobilie für Familien ist eben nicht die perfekte Kombination. Schauen Sie sich aber ruhig einmal die Facebookprofile Ihre Gäste an. Wer bucht bei Ihnen? Nachschauen ist noch lange kein Stalken. Und wenn jemand bei Ihnen bucht, der 5.000 Freunde auf Facebook hat, so könnten Sie dieser Person durchaus ein kleines Geschäft vorschlagen. Dazu später mehr.

Auch Gruppen auf Facebook können Influencer sein. In Ihrer Region gibt es eine Gruppe die “den schönen Harz” im Facebooktitel trägt? Nehmen Sie Kontakt zum Admin der Gruppe auf. Dies ist die Person, die man als Influencer betrachten könnte. Verlosen Sie ein Wochenende für zwei Personen oder eine Woche zum Sonderpreis in der Nebensaison, für abgesprochene Werbung auf bzw. in der Gruppe. Wenn diese Gruppe ausreichend Personen hat, ist dies für beide Seiten ein Gewinn. Denn nicht alle Gruppenmitglieder kommen (in diesem Fall) zwangsläufig aus dem Harz.

Blogger & regionale Portale

Wenn Sie den Finger am Puls der Vermarktung haben, wissen Sie, aus welcher Region ein Großteil Ihrer Mieter kommt. Meist kann man 75% der Vermietungen auf 10 Landkreise in Deutschland reduzieren. Finden Sie heraus, welche Seiten es in diesen Landkreisen gibt. Googlen Sie nach Bloggern, suchen Sie nach ansprechenden Seiten die auch Ihnen gefallen. Nehmen Sie Kontakt zu diesen Admins auf und sprechen Sie ehrlich an, worum es Ihnen geht.

Nicht alle Blogger und Seiten oder Portale eignen sich. Eine gewisse Größe, ein gewisses professionelles Erscheinungsbild und eine entsprechende “Gefolgschaft” auf Instagram oder Facebook sollte schon vorhanden sein. Alles über 5.000 Follower bei Facebook ist vollkommen ausreichend für die Bewerbung einer einzelnen Ferienimmobilie.

Um Blogger einfacher zu finden, die an einer Kooperation Interesse haben, gibt es bei Facebook auch dafür Gruppen. So ist die Gruppe “Blogger Kooperation” mit über 2.000 Mitgliedern ein guter Anfang sich zu informieren. Auch die Bloggerei.de Internetseite bietet viele Informationen zu diesem Thema.

Kooperationen vor Ort

Sie haben eine Ferienimmobilie am Strand? Nehmen Sie ein paar Prospekte von Ihnen, oder ihre Visitenkarte und machen sie sich auf den Weg. Gehen Sie von Geschäft zu Geschäft und stellen Sie sich und Ihre Ferienimmobilie vor. Bieten Sie an, den betreffenden Laden auf Ihrer Homepage kurz vorzustellen, wenn der Ladenbesitzer im Gegenzug dasselbe macht oder zumindest auf Facebook ein (zwei, drei…) Foto(s) Ihres Ferienhauses als Tipp des Monats (oder dergleichen) postet.

Sie werden sich wundern, wie viele Urlauber sich im Vorfeld über die Urlaubsregion informieren. Da kann es nicht schaden, bei der einen oder anderen Internetseite oder in den sozialen Medien gut gefunden und für gut betrachtet zu werden.

seinen sie großzügig

Sie vermieten 150, 200 oder 250 Tage im Jahr Ihre Immobilie? Dann haben Sie immer auch noch freie Zeiten, in denen Sie Leerstand haben. Machen Sie es wie die Werbeabteilungen der großen Hotels. Was nicht verkauft werden kann, wird als Werbung verschenkt. Zumindest planbar ein gewisser Teil. Bei 100 Tagen die Sie nicht vermieten, bleiben mindestens 7-8 ganze Wochen übrig, die Sie nie vermieten, weil z.B. saisonal “tote Hose” ist. Kalkulieren Sie die Kosten einer Woche durch (Heizung, Reinigung, Goodies) und planen Sie dies in die Werbekosten ein. Wenn Sie 7x eine Woche an die sieben vielversprechendsten Influencer verschenken, ist dies höchstwahrscheinlich lukrativer als die Bude leer stehen zu lassen.

Klare Absprachen und Rechtliches

Auch wenn dieses Thema sich nach Freundschaft zwischen privaten Personen anhört, weil Hans Mustermann einen Blog über den harz schreibt und Ihre Ferienwohnung lobt, so ist dies dennoch Geschäft. Er bekommt Geld oder Gutscheine oder einen Aufenthalt im Gegenzug für Werbung zu Ihren Gunsten. Also ist es ein Geschäft.

Darum sprechen Sie sich klar ab, was für was gezahlt und geboten wird. Weisen Sie darauf hin, das die Person den “freundlichen” Artikel ggf. als Werbung kennzeichnet oder irgendwo unmissverständlich klarstellt, das für die “Freundlichkeit” eine Gegenleistung vorhanden war (wenn dem so ist). Denn in Deutschland kann so etwas schnell als Schleichwerbung gelten.

Fazit:

Leute offen für eine Zusammenarbeit anzusprechen bedeutet Überwindung. Wenn Sie dies jedoch ein paar Mal gemacht haben und sehen, wie auch Ihre Followerbase steigt, die Buchungen zunehmen und Sie tatsächlich über dieses “Business” Freundschaften knüpfen, werden Sie feststellen wie gut diese Form des Marketing Ihnen tun wird. Es muss nicht immer der A, B oder C Promi aus dem Fernseher sein. So mancher ehrlicher Blogger hat eine feste Leserschaft, die sich hinter der einen oder anderen Auflage der örtlichen Tageszeitung nicht verstecken braucht. Und wenn dort eine Anzeige 50,- bis 200,- Euro kostet um 15.000 Leser im Blätterwald der Tageszeitung auf Seite 17 für einen Tag zu erreichen, dann sein Sie spendabel, wenn der Blogger von Ihnen “nur” eine Woche Urlaub im Harz möchte und dafür 10.000 Seitenaufrufe im Monat und eine Facebook Leserschaft von 8.000 Followern bietet. Denn diese Werbung bleibt deutlich länger sichtbar als die Anzeige in der Tageszeitung.

Update:

Nach einem Bericht der AHGZ vom 09.11.2018 haben laut einer britischen Studie mit über 1000 Teilnehmern, Influencer nur bei ca. 3% der Befragten eine Entscheidung für oder gegen ein Reiseziel hervorgerufen. Beachtet werden muss jedoch, das es eine Studie in Großbritannien war und das ausschließlich Fernreisende befragt wurden. Wie sich dies bei Deutschen für Urlaub in Deutschland auswirkt, kann hier nicht abgeleitet werden. Jedoch kann es als Indiz gewertet werden.

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