10.000 Emailadressen für 12,99 Euro! Hört sich gut an, ist es aber nicht. Es wäre verwunderlich, wenn ein solches Angebot nicht auch schon bei Ihnen im Postfach gelandet ist. Wahrscheinlich im Spam-Ordner. Doch fangen wir am Anfang an.

Emailmarketing ist sehr sehr wichtig

Ohne ein gutes Emailmarketing ist kein Marketingmix komplett. Sie brauchen diese Form der Kontaktaufnahme zu Kunden und Interessenten, um Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und auszubauen. Im Klartext: um Geld zu verdienen. Email Marketing dürfte, neben der Optimierung Ihrer Internetseite für Google & Co., die wohl wichtigste Einzelmaßnahme sein, die Sie für Ihre Ferienimmobilie machen können. Selbstverständlich neben der Tatsache das Sie überhaupt eine Homepage haben und dort Buchungen annehmen und diese Homepage mit Eintragungen in die wichtigen Portalen entsprechend bewerben.

Doch zurück zur Wichtigkeit. Je mehr Adressen Sie in Ihrer Emaildatenbank haben, desto größer ist die Chance auf einen Verkauf – in unserem Falle dem Verkauf einer Übernachtung. Was liegt dann ferner als der Gedanke, diese Liste durch Zukäufe zu vergrößern?

machen sie sich nicht strafbar!

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Auch wenn es eine Reihe von möglichen Nachteilen gibt, könnte man aufgrund der geringen Preise fast in Versuchung kommen, wäre dieser Artikel nicht in der Kategorie “Recht” und der Unterkategorie “DSGVO” gelandet. Darum gehen wir hier mal auf die wichtigsten Gründe dafür ein, warum die Überschrift die Antwort schon vorweg genommen hat.

Es ist gegen das Gesetz

So einfach wollen wir es uns aber nicht machen. Ja, Sie verstoßen tatsächlich gegen mehrere Gesetze, wenn Sie Menschen die nie was von Ihnen wollten, ungebeten SPAM Emails zusenden.

Die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) ist da unmissverständlich:

Artikel 1, Absatz 7 sagt: Sie dürfen ohne vorherige (nachweisbare) Bestätigung des Empfängers der Email keine Werbung an diese Person senden [frei übersetzt].

Achtung: Dies gilt auch dann, wenn Sie als gewerblicher Vermieter eine solche Email an eine Firma versenden, weil Sie sich z.B. die Unterbringung von Monteuren bei sich erhoffen.

Achtung Achtung: Ja, wir schreiben es gleich mit 2x Achtung, weil hier die meisten Fehler gemacht werden: Ohne das schriftliche Einverständnis dürfen Sie nicht mal denen eine Email ungebeten zusenden, die schon einmal bei Ihnen übernachtet haben oder vor einiger Zeit (also nicht erst vor kurzem) ein Angebot haben wollten. Hier gibt es klare Regeln. Ist die Hin- und Her Schreiberei wegen des Angebots vorbei und die Entscheidung gefallen (der Gast kommt z.B. nicht), dann dürfen Sie danach nicht einfach weiter drauf los schreiben.

Es ist auf Dauer schlecht (technisch gesehen)

Die Emailadressen die Sie anschreiben sind bei Privatpersonen zu einem großen Teil von Drittanbietern wie der Telekom (@t-online.de), von 1&1, von web.de, gmail / googlemail, hotmail und dergleichen. Diese Anbieter mögen keine Spam-Emails und haben sich im Laufe der Zeit viele gute Filter einfallen lassen, die erkennen wann Spam Spam ist und wann nicht. Stehen Sie mit Ihrer Emailadresse oder schlimmer noch, mit Ihrer IP-Adresse, bei denen auf der schwarzen Liste, gehen möglicherweise für Jahre nicht mal mehr die “richtigen” Emails in den Posteingang Ihrer Gäste.

Zustellbarkeit ist trumpf

Wenn Sie Ihre Liste von 500 auf 5.000 Adressen vergrößern, sie sonst eine Zustellbarkeitsrate von 95-97% hatten und nun auf 20% abrutschen, so erkennen das die Firmen wie Telekom oder web.de ohne Mühe. Wenn dann die Art der Zustellbarkeit extrem schlecht ist, weil es in Ihrer Liste kaum noch “lebende” Emails gibt und diese alle als so genannter “hard bounce” zurück kommen, ist das Licht erloschen.

Selbst wenn es die Emails noch gibt und diese aber in dem Spamordner landen, haben Sie wenig davon. Technisch wird auch dies gemessen. Öffnet ein Empfänger nach dem x-ten Zusenden Ihrer Email diese nicht, könnte es sein, das der Anbieter dies selbst dort nicht mehr hinschickt. Ganz abhängig von der Einstellung des Benutzers.

Der weiche Grund zum NEIN

Wir möchten nun nicht die Moralkeule raus holen, aber in der Werbung kommt es auch auf eine gewissen Aussendarstellung an. Selbst wenn ein Gast Ihr Ferienhaus gern gemietet hätte, wird es es bestimmt nicht mehr machen, wenn er ständig in seinem Spam Ordner ungebeten Werbung von Ihnen erhält. Hand aufs Herz: möchten Sie “zugemüllt” werden von egal welcher Firma? Egal wie gut das vermeitliche Angebot auch ist? Genau.

Fazit:

Es bringt Sie in rechtliche Schwierigkeiten, verspricht keinen Erfolg, ist schlecht für das Image und könnte Ihnen technisch gesehen für Jahre auf die Füße fallen. Wie Sie erfolgreich eine Emailliste aufbauen, welche Anbieter sich dafür eignen und was sowas kosten und bringen darf, erfahren Sie in einem der nächsten Artikel.


Abschließender Hinweis: Dies soll und kann keine Rechtsberatung darstellen, ersetzt nicht die Konsultation eines Anwalts und dient lediglich dazu, sich einen ersten Überblick über die Thematik zu machen.

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